
Neue randomisierte klinische Studie zur Misteltherapie der Brustkrebserkrankung.
Eine randomisierte klinische Studie zur Misteltherapie der Brustkrebserkrankung wurde durchgeführt. Dabei wurden 95 Patientinnen, die eine Chemotherapie erhielten (Cyclophosphamid, Adriamycin, 5-Fluoro-Uracil), per Zufall in eine von drei Gruppen verteilt: eine Gruppe, die gleichzeitig zur Chemotherapie Iscador® bekam, eine zweite, die Helixor erhielt, und eine dritte, die als Kontrollgruppe diente. Die Ergebnisse der mit Iscador® behandelten Patientinnen wurden nun ausgewertet und publiziert: Sie zeigten im Vergleich mit den Kontrollpatientinnen eine signifikant bessere Lebensqualität (EORTC-QLQ-C30); insbesondere waren Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall und Luftnot unter Misteltherapie deutlich geringer ausgeprägt.
Es handelt sich um eine Pilotstudie, die aber nach dem modernen Standard guter klinischer Studien durchgeführt wurde; die Therapien waren nicht verblindet. Studienort war Serbien.
Reference: Tröger W, Jezdic S, Zdrale Z, Tisma N, Hamre HJ, Matijasevic M. Quality of life and neutropenia in patients with early stage breast cancer: A randomized pilot study comparing additional treatment with mistletoe extract to chemotherapy alone. Breast Cancer: Basic and Clinical Research 2009; 3:35-45.
Originalartikel zum Download als pdf.
Aktuelle Übersicht über alle klinischen Studien und präklinischen Untersuchungen zu Mistelextrakten bei gynäkologischen und Brusttumoren.
Kienle GS, Glockmann A, Schink M, Kiene H. Viscum album L. extracts in breast and gynaecological cancers: a systematic review of clinical and preclinical research. Journal of Experimental and Clinical Cancer Research 2009;28:79, DOI:10.1186/1756-9966-28-79. Originalartikel zum Download als HTML oder als PDF.
Die Mistel in der Tumortherapie 2 - Aktueller Stand der Forschung und klinische Anwendung
Ein neuester Kongressband zur Mistel in der Tumortherapie, mit Beiträgen aus Grundlagenforschung und klinischer Anwendung, ist erschienen:
51 wissenschaftliche Beiträge auf 630 Seiten berichten über den aktuellen Stand der Forschung und die klinische Anwendung der Misteltherapie.
Die Beiträge reichen von der Strukturaufklärung von Inhaltsstoffen der Mistel, Fragen der Arzneimittelherstellung und -entwicklung, Zellkulturversuchen mit Tumorzellen, ärztlichen Erfahrungsberichten bis hin zu klinischen Studien bei unterschiedlichen Krebserkrankungen und -stadien. Untersuchungen zur Anwendung von Mistelpräparaten bei Leukämien und Lymphomen werden ebenso thematisiert wie die Anwendung in der Kinderonkologie. Zahlreiche klinische Prüfungen befassen sich mit der Wirksamkeit, Verträglichkeit und der sicheren Anwendung von Mistelpräparaten - allein oder begleitend zu den onkologischen Standardtherapien.
Reference: Scheer, R., H. Becker, H. Schilcher, F. H. Kemper, S. Alban, U. Holzgrabe, W. Kreis, H. Matthes (Hrsg.), Die Mistel in der Tumortherapie 2 - Aktueller Stand der Forschung und klinische Anwendung, KVC Verlag, Essen, 2009
Placebokontrollierte randomisierte Studie in Pferden mit Equinem Sarkoid [1, 2]
Das Equine Sarkoid ist ein häufiger Hauttumor des Pferdes, der einzeln oder mehrfach auftritt, der nach operativer Entfernung meist rezidiviert aber nicht metastasiert und deshalb als semimaligne bezeichnet wird. In 53 Pferden mit histologisch gesichertem Equinen Sarkoid wurde eine placebokontrollierte, randomisierte Studie zur subkutanen Mistelbehandlung (Iscador® P) durchgeführt. Die Pferde wurden über 105 Tage behandelt und über 12 Monate nachbeobachtet. In der Mistel-behandelten Gruppe (32 Pferde) wurden bei 13 Pferden (41 %) Tumorremissionen beobachtet: 9 x (28 %) komplette Remissionen und 4 x (13 %) partielle Remissionen. In der Placebo-behandelten Gruppe (21 Pferde) wurden bei 3 Pferden Tumorremissionen beobachtet (14 %), jeweils komplett. (Unterschied der Remissionsrate mit p=0,039 statistisch signifikant). Der Unterschied zwischen Mistel- und Placebobehandlung war insbesondere in der Gruppe mit multipel auftretendem Sarkoid deutlich (48 % vs. 6 % Remissionen in 25 bzw. 15 Pferden mit mehr als 2 Sarkoiden).
Reference:
[1] Clottu, O., Treatment of Equine Sarcoid with the mistletoe extract Iscador® P (Viscum album austriacus) – a double-blind placebo controlled study. Inaugural-Dissertation, Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern, 2008
[2] Klocke P., O. Clottu, J. Spranger, D. Burger, M. Werner, M. Ramos, R. Straub, C. von Tscharner, V. Gerber, Safety and efficacy of mistletoe extract (Viscum album) Iscador® P in the treatment of equine sarcoid – a prospective randomized, controlled double-blind study. Forsch Komplementärmed 14 (suppl 1), 30.
Falsche Angaben zur Misteltherapie in der „Komplementären Onkologie“ von J. Hübner
Dieses Buch [1] bietet einen Überblick über 117 komplementärmedizinische onkologische Therapieverfahren, ihren therapeutischen Wert, ihre möglichen Risiken und die zugrundeliegende Evidenz.
Im Fall der Misteltherapie wurde die entsprechende wissenschaftliche Literatur nur marginal berücksichtigt bzw. es wurden Angaben gemacht, denen keine Evidenz zugrunde liegt: So fehlt zum einen der überwiegende Teil der klinischen Mistelstudien. Zum zweiten werden schwere Nebenwirkungen angegeben, die von Hübner mit keiner Literaturstelle unterlegt werden; von diesen angeblichen Nebenwirkungen ist aber bekannt (siehe auch Berichte ohne empirischen Bezug), dass ihnen zugrunde liegt: a) eine Verwechselung mit einem ganz anderen pflanzlichen Extrakt (Phoradendron), b) ein überbewerteter Fallbericht aus dem Jahr 1874, c) die Nebenwirkung eines pflanzlichen Arzneimittels, in dem fälschlicherweise kurzzeitig auch Bestandteile aus Mistelextrakten vermutet wurden und d) Toxizitätsexperimente an Tieren zu isolierten Mistellektinen und Viscotoxinen.
Es handelt sich bei diesen Angaben Hübners also nicht, wie geschrieben, um toxische Nebenwirkungen, die im Kontext einer Misteltherapie oder auch einer akzidentellen Aufnahme von Mistelbestandteilen beobachtet worden wären. Aufgrund der mangelnden Evidenz-Basiertheit müssen die Angaben Hübners mit Vorbehalt zur Kenntnis genommen werden und bedürfen einer jeweiligen Überprüfung der Originalliteratur.
Reference: [1] Hüber J, Komplementäre Onkologie. Schattauer Verlag 2008
Cochrane Review zur Misteltherapie der Krebserkrankung
Zur Misteltherapie der Krebserkrankung wurde jüngst ein Cochrane-Review publiziert. Dieses Cochrane-Review hat eine Reihe von Limitierungen. Eine Stellungnahme hierzu kann eingesehen werden.
Stellungnahme zum Download als pdf
TV4 attackiert Vidarklinik und Misteltherapie in Schweden
Am 15. November 2007 attackierte das Schwedische Fernsehen TV4 die anthroposophische Krebstherapie: Die Anwendung der Misteltherapie würde die Metastasierung steigern und das Überleben verkürzen; die anthroposophische Vidarklinik würde ihre Patienten hinsichtlich der Wirksamkeit der Misteltherapie anlügen. Der Fernsehsender griff auch die schwedische Regierung an, weil sie die Verwendung anthroposophischer Arzneimittel erlaubt. Der Fernsehsender stützte sich in seinem Angriff auf irreführende und falsche Angaben; diese wurden durch die Vidarklinik gegenüber Medien, Politikern, Patienten und Ärzten in einer breiten Informationsarbeit korrigiert.
Am 19. November wurde in Stockholm hierzu eine Pressekonferenz abgehalten, bei der eine Übersicht über den wissenschaftlichen Stand der Kenntnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit gegeben wurde: „Mistletoe in Cancer, State of Evidence: Effectiveness and Safety.“
Neue Studien zur Misteltherapie beim Ovarialkarzinom (Grossarth & Ziegler 2007)
Kurze Studienbeschreibung
Grossarth-Maticek R, Ziegler R. Prospective controlled cohort studies on long-term therapy of ovarian cancer patients with mistletoe (Viscum album L.) extracts Iscador®. Arzneim -Forsch /Drug Res 2007; 57(10):665-78.
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4. Mistelsymposium: Die Mistel in der Tumortherapie. Grundlagenforschung und Klinik.
8.-10. November 2007, Nonnweiler
Details siehe www.mistelsymposium.de.
Abstracts der Symposiumsbeiträge, publiziert in Phytomedicine, Band 14, Supplement 2, können hier eingesehen werden.
Eine aktuelle Übersicht über alle klinischen Studien zur Anthroposophischen Misteltherapie wurde publiziert
Kienle GS, Kiene H. Complementary Cancer Therapy: A Systematic Review of Prospective Clinical Trials on Anthroposophic Mistletoe Extracts. Eur J Med Res 2007; 12:103-19.
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(Detaillierte Beschreibung siehe Systematische Übersichten)
Neue Studie zur Misteltherapie beim Zervixkarzinom (Grossarth & Ziegler 2007)
Der Einfluss der Misteltherapie auf Gebärmutterhalskrebs wurde im Kontext der epidemiologischen Langzeitstudie von Grossarth et al. untersucht und ausgewertet. Hierfür wurden drei prospektive Studien durchgeführt: eine randomisierte Matched-pair Studie (2 x 19 Patienten mit metastasiertem Zervixkarzinom) und zwei nicht-randomisierte Matched-Pair Studien (2 x 102 Patientinnen mit Fernmetastasen, 2 x 66 Patientinnen ohne Fernmetastasen). In Bezug auf das Überleben zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil für die Misteltherapie in den beiden nicht-randomisierten Studien; die randomisierte Studie zeigte lediglich einen positiven Trend. In Bezug auf die Tumorprogression zeigte sich kein Unterschied zwischen Mistel- und Kontrollgruppe. Der Verlauf der psychosomatischen Selbstregulation wurde in zwei Studien (der randomisierten und einer nicht-randomisierten Studie) erhoben: beidemal zeigte sich nach 12 Monaten ein statistisch signifikanter Vorteil für die Mistelbehandlung. Auch diese Studie wurde detailliert beschrieben und mit aufwendigen statistischen Verfahren ausgewertet und publiziert [1, 2].
References:
[1] Grossarth-Maticek R, Ziegler R. Prospective Controlled Cohort Studies on Long-Term Therapy of Cervical Cancer Patients with a Mistletoe Preparation (Iscador®®). Forsch Komplementärmed 2007; 14:140-7. Abstract (PubMed)
[2] Free Supplemental Material
Studie zur Verminderung der Operations-induzierten NK-Zell-Hemmung durch periooperative Mistelinfusion (Schink et al. 2007)
Chirurgische Eingriffe können die Funktion der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) hemmen. Da NK-Zellen vor der Tumormetastasierung schützen, ist dieser Effekt unerwünscht. Eine randomisierte klinische Studie zeigte nun, dass eine perioperative Mistelinfusion diese NK-Zell-Hemmung signifikant vermindern kann. Durchgeführt wurde die Studie an Patienten, bei denen ein primäres oder lokal rezidiviertes Kolonkarzinom offen operiert und reseziert wurde. Während es in der Kontrollgruppe 24 Stunden und 7 Tage nach der Operation zu einem deutlichen Abfall der Aktivität der NK-Zellen kam, blieb die natürliche Killeraktivität unter Mistelbehandlung weitgehend unverändert. Die Patientengruppen der Studie waren klein; der Grund liegt darin, dass ein sequentielles Studiendesign gewählt wurde, das eine fortwährende Analyse der Ergebnisse ermöglicht, damit die Studie beendet werden kann, sobald eine der Vergleichsgruppen eine eindeutige und signifikante Überlegenheit zeigt.(1)
Reference:
Schink M, Tröger W, Dabidian A, Goyert A, Scheuerecker H, Meyer J et al. Mistletoe Extract Reduces the Surgical Suppression of Natural Killer Cell Activity in Cancer Patients. A Randomized Phase III Trial. Forsch Komplementärmed 2007; 14(1):9-17. Abstract (PubMed)
HTA-Bericht zur Misteltherapie bei Chemotherapie, erstellt im Auftrag des DIMDI
Im Auftrag der Deutschen Agentur für Health Technology Assessment (DAHTA) des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) wurde von A.-M. Lange-Lindberg, M. Velasco-Garrido und R. Busse ein Health-Technology-Assessement (HTA)-Bericht (Nr. 44) erstellt: "Misteltherapie als begleitende Behandlung zur Reduktion der Toxizität der Chemotherapie maligner Erkrankungen". HTA-Bericht zum Download
Dieser HTA-Bericht wurde ohne spezielle Expertise zur Mistelforschung durchgeführt. Die relevanten klinischen Studien zur Frage der Wirksamkeit der Misteltherapie wurden nur marginal berücksichtigt. In der Durchführung der Literatursuche, Evidenzbewertung und Evidenzsynthese unterliefen den Autoren zahlreiche Fehler, die sich teilweise aus der mangelnden Expertise erklären. Eine genauere Darstellung der Fehler und Mängel kann der beigelegten Stellungnahme entnommen werden.
Stellungnahme zum Download als pdf-Datei
Zur Sicherheit und Wirksamkeit der Misteltherapie.
Stellungnahme zum Editorial von Edzard Ernst 2006, publiziert im British Medical Journal, Volume 333, 1282-1283 (referiert u.a. im Handelsblatt 02.01.2007, FAZ 03.01.07, OP 06.01.2007)
Stellungnahme zum Download
Neue Studie zur Misteltherapie beim frühen Brustkrebs von Grossarth et al. 2006
Zu der umfangreichen epidemiologischen Langzeitstudie von Grossarth et al., in die eine Reihe von randomisierten Studien und von nicht-randomisierten Studien eingebettet sind, wurden auch zwei Studien zum Brustkrebs im frühen Stadium (ohne Metastasen oder Lokalrezidive) mit aufwendigen statistischen Verfahren ausgewertet und publiziert [3]. Die Studie und das gesamte Studiensystem sind detailliert und umfangreich beschrieben, mit ausgiebigem Supplementmaterial, um das ungewohnte Design besser zu verdeutlichen und zahlreichen Missverständnissen der Vergangenheit vorzubeugen. Eine Beschreibung des gesamten Studiensystems, mit den 2001[1, 2] und den nun (2006) publizierten Studien kann hier nachgelesen werden.
References:
[1] Grossarth-Maticek R et al.: Altern Ther Health Med 2001; 7: 26.
[2] Grossarth-Maticek R et al.: Altern Ther Health Med 2001; 7: 57-78.
[3] Grossarth-Maticek R and Ziegler R: Prospective controlled cohort studies on long-term therapy of breast cancer patients with a mistletoe preparation (Iscador®). Forsch Komplementärmed 2006; 13: 285-292. (Supplementary materials)
Kommentar zu
Federspiel K, Herbst V, Die Andere Medizin. »Alternative« Heilmethoden für Sie bewertet, Stiftung Warentest, Berlin 2005:
Kienle GS, Kiene H. Stiftung Warentest „Die andere Medizin“. Evidenz- oder Eminenz-basiert? Deutsches Ärzteblatt 2005, 102(48):3310
www.deutsches-aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=49323
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Kienle GS, Kiene H. Evidenz- oder Eminenz-basiert? – Stiftung Warentest: „Die Andere Medizin. »Alternative« Heilmethoden für Sie bewertet“
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